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»Das Leben ist weder hässlich noch schön, es ist originell«

Manfred Zieger, Inhaber der Buchhandlung Johannes Neumeyer, stellt den italienischen Schriftsteller Italo Svevo und „Zeno Cosini“, seinen Roman und dessen Hauptfigur, vor.

Italiener Aron Ettore Schmitz, seit 1892 bekannt als Italo Svevo, wurde 1861 in der Großstadt Triest in Nordost-Italien geboren. Sein Vater schickte ihn zur Kaufmannsausbildung nach Würzburg. Dort lernte er schnell Deutsch, schrieb aber ab 1880 nur auf Italienisch, zunächst Kritiken und Essays dann Romane. Bis Mitte der 1930er blieb er als Autor erfolglos. Erst als einige seiner Werke ins Französische übersetzt wurden, schaffte er doch noch den Durchbruch und wurde auch in Italien endlich zur Kenntnis genommen. Unter anderem durch die Hilfe des irischen Schriftstellers James Joyce, welcher ab 1905 sein Lehrer an der Triester Berlitz-School war und auch sein Freund wurde. Joyce war begeistert vom jungen Svevo und verhalf ihm zu einem Angebot für eine französische Ausgabe von Svevos Roman „Zenos Cosini“ (Zenos Gewissen). 1927 erschien „La coscienza di Zeno“ (übersetzt: das Bewusstsein von Zeno) im Französischen von Paul-Henri Michel. Svevo begann unter dem Einfluss von Franz Kafkas Werken seinen vierten Roman „il vecchione“(der alte Mann), der jedoch aufgrund Svevos Todes am 13. September 1928 unvollendet blieb.

Svevos Helden versagen beklemmend oder komisch. An seinen Plänen, sich das Rauchen abzugewöhnen, zu heiraten und große Geschäfte zu machen, scheitert Antiheld Zeno kläglich. In der italienischen Literatur werden solche Figuren „Gli inetti“ genannt, was übersetzt „die Unfähigkeit“ heißt. Träge Typen, die sich treiben lassen und den Zeitläufen nichts entgegensetzen, ein Bildnis des modernen Menschen.

Der Vortrag findet am 09.10 um 19 Uhr im Raabe Haus Literaturzentrum, Leonhardstraße 29A in 38102 Braunschweig statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen finden sich online unter www.braunschweig.de/literaturzentrum.

Louise Noeske (SUBWAY Magazin – oeding magazin GmbH) / Fotocredit: glasseyes_view

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