(c) Kyra Mevert

»Diamonds are a Girl’s Best Friend« – Kyra Mevert über ihr neues Stück

Das LOT-Theater in Braunschweig unterstützt mit seiner Nachwuchsreihe „frühSTÜCK“ junge Künstler auf dem Weg zu Professionalisierung. Auf der Bühne des können neue Produktionen ausprobiert und unter professionellen Bedingungen präsentiert werden.
Am 28. und 29. September wird in diesem Rahmen „Diamonds are a Girl´s Best Friend“ von Kyra Mevert, Saskia Greulich und Felix Scheer jeweils um 20 Uhr zu sehen sein. In dem Stück widmen sich die drei jungen Künstler dem berühmt berüchtigten Frauen-Gangster-Kollektiv „Forty Elephants“. Kurz vor der ersten Aufführung des lustigen und dennoch tiefsinnigen Stückes gibt Schreibtalent Kyra, die ihre Gäste gerne auf interessante Weise unterhält und zu neuen Gedanken inspiriert, einen Einblick in das Stück und ihre Kunst. Weitere Informationen und Tickets finden sich online unter www.lot-theater.de auf der Webseite des LOT-Theaters.

Hallo Kyra, dein neues Stück „Diamonds are a Girl´s Best Friend“ startet bald. Was erwartet die Zuschauer und um was geht es in dem Stück?
„Diamonds are a Girl´s Best Friend“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Saskia Greulich, Felix Scheer und mir. Es verbindet Literatur, Theater und Musik. Das Stück ist eine True-Crime-Story. Es geht um wertvolle Diamanten, das perfekte Verbrechen, Loyalität und natürlich um den Nebel, der alles umhüllt. Die Zuschauer erwartet neu arrangierte Popmusik, drei wunderbare Performer und Performerinnen, die hier das erste Mal zusammen arbeiten und: Nebel, immer wieder Nebel.

Das Stück lehnt an die Forty Elephants an. Diese Londoner Frauen-Bande war im 20. Jahrhundert für Einbrüche, Überfälle und Diebstähle bekannt. Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Thema zu bearbeiten?
Meine Freundin Sophie Baar hat mir vor ein paar Monaten die Geschichte der Forty Elephants erzählt. Dass denen Gesetze und Pflichten egal waren und die sich einfach genommen haben, was sie wollten – vor allem eben teure Kleidung und wertvollen Schmuck. Und da hatten wir einfach sofort Bilder für die Umsetzung im Kopf. Außerdem fanden wir das auch merkwürdig: Da gibt es eine Gruppe von Frauen, die ähnlich hierarchisch strukturiert ist wie andere kriminelle Banden und trotzdem fanden wir es irgendwie besonders, dass es Frauen waren. Warum eigentlich?

Wo bekommst du im Allgemeinen die Inspiration für deine Texte her?
Da gibt es ganz viele unterschiedliche Auslöser: Musik, Bücher, ein langer Spaziergang oder auch einfach manchmal Twitter. Aber eigentlich ist das Rezept, einfach alles zu leben. Alles mitnehmen, ganz viele Erinnerungen und Erfahrungen und Gefühle zu sammeln und die dann irgendwann aufschreiben.

Auf welche Weise versuchst du, Musik in deinen Werken einzusetzen? Wie unterstützt Musik deine Texte?
Musik und Literatur gehen für mich zusammen. Ich denke ganz viel in Songtexten, die ich kenne, und die dann mein Schreiben beeinflussen. Oft habe ich beim Schreiben bestimmte Lieder im Sinn. Und das spreche ich dann mit der jeweiligen Person, die ich für die Produktion eingeladen habe, ab. Meist weiß ich ja, was die für Musik machen und kann einschätzen, wie das wirken wird.

Was ist dir beim Schreiben besonders wichtig? Denkst du vorher viel darüber nach, über was du schreiben willst oder kommt das ganz spontan?
Ich denke vorher nicht viel darüber nach, aber währenddessen. Mir ist besonders wichtig, dass das, was ich denke, fühle oder sagen will, dann auch tatsächlich mit dem übereinstimmt, was da steht. Das kommt manchmal auf miniwinzige Wörter an. Auf den Rhythmus der Sätze und die Stimmung, die das in mir erzeugt. Ich bin keine Konzeptschreiberin, ich denke vorher nicht über die Handlung nach. Ich schreibe ganz intuitiv, bruchstückhaft. Und irgendwann, meist vor einer Produktion, gehe ich meine Notizen durch und schaue, was ich verwenden und weiter bearbeiten kann.

Woher kommt deine Begeisterung für Theater und das Darüberschreiben?
Ja, das ist eine gute Frage. Ein Freund von mir aus der Schule hat mal eine Waschmaschine ausgebaut, weil er sehen wollte, wie die funktioniert. Ich glaube, das ist der gleiche Antrieb. Sehen wollen, wie etwas funktioniert. Und das Beste dafür – für mich – ist: Leben, beobachten, mitmachen, drüber schreiben.

Was macht Theater für dich aus?
Als Zuschauerin macht Theater für mich aus, dass ich Menschen dabei beobachten kann, wie sie an einem Abend alles geben. All ihre Konzentration und Power, die sie in den letzten Wochen und Monaten während des Probens angesammelt haben. Als Performerin ist es das Zusammenspiel mit dem Publikum.

Auf welche Weise hat sich dein künstlerisches Arbeiten über die Zeit und mit immer mehr Erfahrung verändert?
Durch die vielen tollen Kommentare in Gästebüchern oder in Gesprächen nach den Lesungen oder Aufführungen wird man natürlich viel selbstbewusster und entwickelt ein Gespür für das Publikum und für die Wirkung der eigenen Arbeit. Mittlerweile kann ich viel schneller entscheiden, wann ein Text für die Bühne taugt und wann ich ihn noch verändern muss, beziehungsweise welche Texte gar nicht gehen. Auch viele Abläufe sind einem nicht mehr fremd. Trotzdem ist jede neue Produktion eine ganz neue Erfahrung, was ja auch damit zusammenhängt, mit wem ich zusammenarbeite.

Hast du schon Pläne für zukünftige Projekte oder Termine?
Ich werde im Februar bei den Kinder- und Jugendtheatertagen im LOT-Theater eine neue Produktion zeigen. Auch da werde ich wieder mit Musikerinnen zusammenarbeiten. Dabei handelt es sich um ein Stück für Jugendliche und junge Erwachsene und es geht um Freundschaft, den Umgang mit Verlust und der Frage: Was fange ich eigentlich mit meinem Leben an?!

Jasmine Baumgart (SUBWAY Magazin – oeding magazin GmbH) / Fotocredit: Kyra Mevert

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