Interview: Die Öfi-Azubis Sabrina Randt und Moritz Bernsee beim zweiten best choice-Slam

Bereits zum zweiten Mal begab sich die Öffentliche Versicherung Braunschweig im November auf die große Bühne im Haus der Wissenschaft, um sich beim best choice-Slam dem mit Wertungstafeln bewaffnetem Publikum zu präsentieren. Vergleichbar mit einem Poetry- oder Science-Slam hatte jedes der insgesamt sechs regionalen Unternehmen zehn Minuten Zeit, möglichst unterhaltsam über Ausbildung und Alltag des eigenen Arbeitsgebers zu berichten. Sabrina Randt und Moritz Bernsee, beide Auszubildende der Öffentlichen, begeisterten mit einer informativen Spielrunde „Wer wird Millionär – Braunschweig Spezial“. Für die beiden Slammer reichte es für eine guten vierten Platz und einen souveränen „Hinrundensieg“. Wir haben uns – nach abgeflauter Aufregung – mit Moritz und Sabrina unterhalten.

Sabrina und Moritz, wie kam es überhaupt dazu, dass ihr auf der best choice-Bühne gelandet seid?

Moritz: Die Ausbildungsleitung kam auch mich zu und hat mich direkt gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mal zu slammen. Ich habe gesagt: Ja, aber nicht alleine. Also habe ich Sabrina als Partnerin vorgeschlagen, weil ich mir sicher war, dass sie auch Lust haben würde. Und dass wir ein gutes Team auf der Bühne wären. So kam es zu unserem gemeinsamen Auftritt.

Sabrina: Genau – als Moritz mich gefragt hatte, ob wir zusammen slammen wollen, habe ich relativ schnell zugesagt.

Habt ihr euch von Anfang mit der Idee wohlgefühlt, auf der Bühne zu stehen, oder doch ein wenig gezögert?

Moritz: Ich habe lange nachgedacht, weil ich eigentlich nicht so der Typ bin, der wirklich gern vor Menschenmassen redet. Schließlich haben wir aber zusammen festgestellt, dass wir das trotzdem gern probieren würden.

Sabrina: Entschieden haben wir uns gemeinsam recht schnell, die Phase des Nachdenkens kam bei mir erst hinterher – als wir wirklich registriert hatten, für was wir uns da gerade gemeldet hatten.

In der Vorbereitung habt ihr euch überlegt, die Öffentliche Versicherung Braunschweig im Rahmen einer Quizshow vorzustellen: „Wer wird Millionär – Braunschweig Spezial“, als Moderator und Kandidatin, die gleichzeitig Auszubildende bei der Öffentlichen ist. Wie seid ihr auf dieses Format gekommen?282

Sabrina: Die Idee ist in einem unserer Vorbereitungsgespräche in einer großen Gruppe entstanden – weil es in einem Ausbildungsjahrgang vor uns als Projekt schon einmal ein „Wer wird Millionär“ mit Versicherungsfragen gegeben hat. Auf diesem Konzept wollten wir aufbauen – weil uns die Idee gefallen hat, dass wir so à la „Wer wird Millionär“ auf der Bühne auf Hockern sitzen könnten und nicht die ganze Zeit stehen müssten. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil wir uns sicherer fühlten mit dem Gedanken, nicht allein vor dem Publikum zu stehen, sondern uns gegenüber sitzen zu können.

Als Vorbereitung habt ihr ein dreitägiges Training mit dem Braunschweiger Schauspieler Sven Hönig bekommen. Was habt ihr aus diesen Terminen mitgenommen?

Moritz: Vor allem, wie man sich auf einer Bühne am besten präsentieren kann. Sven hat uns einige wirklich gute Übungen beigebracht, zum Beispiel für das richtige Stehen oder  Sprechübungen für eine klare und ruhige Stimme – ich hätte mir vorher gar nicht vorstellen können, dass wir dort mit einem guten und sicheren Gefühl rausgehen werden.

Sabrina: Ich habe für mich außerdem mitgenommen, dass wir den Slam nicht als Wettbewerb verstehen sollten, sondern dass wir alle ein Team gewesen sind. Dass wir alle miteinander gearbeitet haben, hat mir die Angst davor genommen, unbedingt gewinnen zu müssen. Ich fand die Übungen von Sven auch extrem hilfreich – auch wenn man sich bei dem ein oder anderen Zungenbrecher auch mal ein bisschen blöd vorkam (lacht).

Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr – kurz bevor es losging – die volle Aula im Haus der Wissenschaft selbst gesehen habt?

Sabrina: Furchtbar. Ich hatte meinen Glücksbringer, einen Kuscheltier-Löwen dabei – und hatte Angst, dass ich ihm vor der Show noch die Arme ausreiße, weil ich die ganze Zeit an dem kleinen Kerlchen herumgezupft habe. Ein Kollege saß direkt hinter mir und sagte noch:  ‚Du bist ja noch ganz entspannt‘. Ich habe nur geantwortet: ‚Nein, das ist nur die Schockstarre‘ (lacht).

Moritz: Bei mir ging es eigentlich – bis zu dem Moment direkt vor dem Auftritt. Als unsere Vorgänger von Heimbs Kaffee die Bühne verließen, wurde ich auch ziemlich nervös. Spätestens in dem Moment, als uns das Mikro angebracht wurde … nach der ersten Minute auf der Bühne war die Nervosität allerdings komplett verflogen. Ich hätte vorher nie gedacht, dass die zehn Minuten wie im Flug vergehen würden.

Sabrina: Als ich erstmal auf meinem Kandidaten-Stuhl auf der Bühne saß, war plötzlich wieder alles gut. Ich habe dann nur noch meine Mama angeguckt, dann war der Rest nicht mehr so schlimm (lacht).

277Wie habt ihr die Reaktionen des Publikums wahrgenommen?

Sabrina: Ich war sehr erleichtert, dass das Publikum von Anfang an über unsere Witze gelacht hat. Ich hatte vorher Angst, dass die Leute unsere Witze zwar verstehen, aber trotzdem nicht lachen würden. Zu Glück  hatte ich relativ schnell das Gefühl, dass das Publikum wirklich bei uns war. Die Leute waren gespannt und haben gut mitgemacht.

Moritz: Wir haben uns vorab wirklich viele Gedanken gemacht – welche kleinen Gags könnten funktionieren, klatscht das Publikum, wenn unsere Kandidatin eine Frage richtig lösen kann? Aber das Publikum hat von Anfang mitgemacht und sogar bei der Publikumsfrage sind alle dabei gewesen. Für uns gab es dann auch die erste „Sechs“, also die erste Höchstwertung des Abends – das war für mich die Bestätigung dafür, dass das Publikum wirklich Spaß hatte bei unserem Auftritt.
Im Nachhinein betrachtet: Was hat besonders gut geklappt bei eurer Präsentation?

Sabrina: Dass wir am Ende doch ziemlich spontan waren. Wir hatten zwar einen vorgeschriebenen Text, den wir aber nicht einfach nur abspulen wollten. Es gab einen witzigen Zwischenruf, als unser Maskottchen Öfi auf die Bühne kam, und irgendwo haben wir eine Kleinigkeit vergessen. Aber wir konnten auf all das spontan gut reagieren. Ich glaube, dass wir gerade an diesen Stellen sehr authentisch gewirkt haben.

Moritz: Ich finde, dass wir beide sehr gut harmoniert haben, schon in den Treffen zuvor. Auf der Bühne hat man das glaube ich auch gut sehen können. Solche spontanen Reaktionen, von denen Sabrina gerade gesprochen hat, sind nur möglich, wenn man sich gut versteht und eingespielt ist.

Ihr habt es gerade schon selbst erwähnt – ihr habt die erste Höchstwertung des Abends vom Publikum bekommen und die „Herbstmeisterschaft“ geholt. Am Ende reichte es dann für einen guten vierten Platz. Seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Sabrina: Ich denke, dass wir durchaus auch den dritten Platz hätten bekommen können, wenn wir nach der Pause dran gewesen wären. Man hat schon gemerkt, dass das Publikum in der zweiten Hälfte, als zum Ende hin, deutlich mehr Punkte vergeben hat. Aber wir sind zufrieden, weil wir unser Bestes gegeben haben. Unser Ziel war es hauptsächlich, uns nicht zu blamieren. Und das haben wir geschafft.

Moritz: Und wir wollten auf keinen Fall den letzten Platz machen. Auch das haben wir geschafft.

Wie haben euch persönlich die drei Teams gefallen, die mehr Punkte als ihr sammeln konnten?

Sabrina: Die Konkurrenz war stark – vor allem Michelle und Julia vom Klinikum, die den Slam am Ende auch gewonnen haben. Die beiden haben ihr Konzept nach der Generalprobe nochmal komplett umgeschmissen und ihr Vortrag lebte davon, dass er sehr persönlich war und die beiden Krankenschwestern aus ihren eigenen Erfahrungen schöpfen konnten. Sie haben auf jeden Fall verdient gewonnen.

Moritz: Das habe ich genauso empfunden. Als die beiden ihren Vortrag beendet hatten, war mir klar, dass sie den Abend damit für sich gewonnen hatten. Absolut verdient.

Auch ihr habt euch für einen Auftritt zu zweit entschieden, wie fast alle Slammer an diesem Abend. Beim ersten Slam standen noch alle Unternehmen allein auf der Bühne. Würdet ihr es im Nachhinein genauso machen?

Moritz: Meiner Meinung nach haben wir unser Thema mit unserer Quiz-Show mal etwas anders verpackt, als sich zehn Minuten auf die Bühne zu stellen und über ein Unternehmen zu erzählen. Von daher finde ich diese Idee auch im Nachhinein noch wirklich richtig gut.259

Sabrina: Julia vom Stadtmarketing hat sich als einzige allein hingestellt und zehn Minuten geredet – und wurde souveräne Zweite. Wenn einem diese Vortragsweise liegt, kann man das natürlich so machen. Aber das wäre nicht unser Ding gewesen. Deswegen haben wir die Aufgabe anders gelöst. Und ich würde es definitiv wieder so machen, da es uns viel Sicherheit gegeben hat.

Inwiefern hat es euch persönlich genutzt, einmal – mit Bewertung – vor einem großen Publikum zu sprechen?

Sabrina: Regelmäßig werde ich das jetzt bestimmt nicht machen. Aber ich habe trotzdem viel weniger Angst vor der mündlichen Prüfung. Denn da sitzen mir vielleicht fünf Leute gegenüber, beim Slam waren es 250. So schlimm kann es also nicht mehr werden. Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht, was ich vorher nicht gedacht hätte. Ich habe auch viele tolle Leute kennen gelernt, mit denen man sich zum Thema Ausbildung gut austauschen konnte.

Moritz: Referate in der Schule werden mir in Zukunft überhaupt keine Probleme mehr machen. Man kann nach einem solchen Auftritt tatsächlich an viele Sachen lockerer und sicherer herangehen. Ich bin noch immer nicht der Typ dafür, so öffentlich zu sprechen, aber ich bin froh darüber, dass wir es durchgezogen haben. Denn die Chance zu so einem Auftritt bekommt man sonst nicht besonders oft.

Wie findet ihr allgemein das Konzept des best choice-Slams? Wie wichtig ist es für Unternehmen, sich in einem solchen Format zu präsentieren?

Sabrina: Ich finde es auf jeden Fall wichtig, da so ein Auftritt etwas ganz anderes ist als eine Anzeige oder eine Broschüre. Für die Zuschauer ist das Format wirklich klasse. Ein bisschen schade fand ich nur, dass doch recht wenige Schüler da gewesen sind, für die das Konzept eines Recruiting Slams hauptsächlich gedacht ist. Gut, dass alle Videos online sind und man sie sich deswegen auch anschauen kann, wenn man nicht live dabei gewesen ist.

Moritz: Für alle kommenden Azubis, die noch zur Schule gehen, aber noch ein kleines Fragezeichen stehen haben bei der Frage, wo sie später mal arbeiten wollen, finde ich das Konzept perfekt. Von daher finde ich es für Unternehmen wichtig, diese Chance zu nutzen und teilzunehmen. Zumal der Saal sehr gut gefüllt gewesen ist …

Sabrina: Man kann bei einem solchen Slam auch mal etwas Witziges platzieren, ein paar Geschichten aus dem Arbeitsalltag erzählen. Nicht nur Fakten, sondern auch Anekdoten. Das macht einen solchen Slam besonders spannend.

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Was an eurer Ausbildung mögt ihr so sehr, dass ihr zu einem solchen Auftritt für euren Arbeitgeber bereit gewesen seid? Weshalb sollte man als Azubi ausgerechnet bei der Öffentlichen anfangen?

Sabrina: Wie wir es auch in unserem Slam-Beitrag thematisiert haben, wollte ich zuerst gar nicht zu einer Versicherung – weil das langweilig und doof klingt. Aber inzwischen weiß ich: Hier passieren so viele spannende Sachen, dass ich gar nicht alles aufzählen kann.

Moritz: Ich bin bei der Öffentlichen, weil viele Freunde und Bekannte hier arbeiten, die mir nur Gutes berichtet haben. Schon in meiner Kindheit habe ich meine Weihnachtstage in der so genannten Harzer Stube der Öffentlichen verbracht, das ist ein Aufenthaltsraum mit Kegelbahn, den Mitarbeiter in Anspruch nehmen können. Deswegen bin ich irgendwann auch selbst hier gelandet – und habe es bisher auch nicht bereut.

Interview: Sebastian Heise
Fotos: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Stephen Dietl

 

Die komplette Show von Sabrina und Moritz gibt es hier zu sehen:

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