»Love makes a city pretty«: Rizzi Ausstellung

Ab dem 16. Mai lädt die Galerie Jaeschke zu einer außergewöhnlichen Ausstellung ein. In ihren Räumlichkeiten werden ausgewählte Werke des amerikanischen Pop-Art-Künstlers James Rizzi unter dem Motto „Love makes a city pretty“ präsentiert. Rizzi wurde am 5 Oktober 1950 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und wuchs dort mit zwei anderen Geschwistern auf. Ab 1969 studierte er Kunst an der University of Florida in Gainesville, wo er seine dreidimensionale Konstruktionstechnik entwickelte. Der Künstler gestaltete zu seinen Lebzeiten nicht nur Bilder, sondern auch verschiedenste Objekte auf der ganzen Welt, wodurch er in der Kunstwelt eine gewisse Unsterblichkeit erlangte.

Rizzis Markenzeichen: Er erschuf bunte Welten mit unverwechselbaren Figuren und lachenden Gesichtern, die universelle Lebensfreude und Energie versprühen. Aber wodurch hebt sich Rizzi von anderen Pop-Art-Künstlern ab, in welcher Beziehung steht das Motto zu den ausgestellten Werken und welche Bedeutung hat der 2011 verstorbene Pop-Art-Künstler für die Löwenstadt? Wir sprachen mit Herrn Jaeschke – Eigentümer der Galerie Jaeschke – über Rizzis künstlerisches Erbe und er verriet uns außerdem, welchen Einfluss er damals auf den Bau des Rizzi-Hauses nahm.

Guten Tag Herr Jaeschke. Bitte erklären Sie uns, was in Ihren Augen die Faszination an Rizzis farbenfrohen und fröhlichen Bildern ausmacht.
Die Faszination gegenüber der Kunst von James Rizzi ist nach wie vor ungebrochen, was ja auch verständlich ist. Rizzi stellt mit einem Augenzwinkern auf seine eigene, witzige Art eine im Grunde ideale Welt dar, in der alles bunt, leicht und beschwingt ist. Seine Bilder wirken auf den ersten Blick infantil, aber nie albern. Sie versprühen Energie und Lebenslust und sagen aus: Nimm dich und die anderen nicht so ernst, sei nicht so verbissen und nimm es leicht. Seine Kunst macht einfach gute Laune. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der nicht mit einem Lächeln wieder aus unserer Galerie gegangen ist, nachdem er die Bilder dieses Pop-Art-Künstlers gesehen hat.

Wodurch hebt sich Rizzi von anderen Pop-Art-Künstlern wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein ab?
Zunächst einmal durch die Dreidimensionalität seiner Bilder. Allein dadurch haben seine Werke einen viel lebendigeren Ausdruck als die anderer Pop-Art-Künstler. Zudem hat er einen großen Wiedererkennungswert durch seine eigens geschaffenen Figuren, wie seine bekannten Vögel oder die lachenden Hochhäuser und die berühmten Yellow Cabs, die immer und eindeutig mit ihm in Verbindung gebracht werden.

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(c) Galerie Jaeschke

Welches Publikum spricht Pop-Art an?
Wenn Sie gezielt die Pop-Art-Kunst von Rizzi meinen, ist das ziemlich leicht zu beantworten. Man kann hier schlicht und ergreifend sagen – alle. Durch unsere Erfahrungen aus den vielen Vernissagen und Gesprächen mit Kunden kann ich sagen, dass die Liebhaber seiner Kunst generationenübergreifend sind. Durch die Tatsache, dass diese Bilder in ihrer Vielseitigkeit und Buntheit immer für sich stehen, sich in gewisser Weise nicht anpassen, sind sie auch kompatibel für jede Art von Einrichtung. Egal, ob jemand nun modern oder klassisch eingerichtet ist, ein Rizzi gibt jedem Zuhause den nötigen Farbklecks. Im Allgemeinen kann ich sagen, dass Pop-Art auch viel mit den Ikonen unserer Zeit arbeitet wie Marylin Monroe, Elvis, Brigitte Bardot, James Dean et cetera. Das waren Vorbilder und Helden für viele von uns. Jeder, der damals in irgendeiner Form dem Fan-Kult anheimgefallen ist, erinnert sich an diese Zeit zurück und hat plötzlich eine emotionale Bindung zu einzelnen Bildern. Mal abgesehen von den zumeist fröhlichen Farben, die sowieso schon ansprechen.

Wann wurden Rizzis Werke das erste Mal in der Galerie Jaeschke ausgestellt und wie unterscheidet sich die Ausstellung in diesem Jahr von damaligen?
Wir haben tatsächlich schon 1986 unsere erste Rizzi-Ausstellung in der Galerie Jaeschke gezeigt, damals leider noch ohne den Künstler. Es war ein Risiko, da solch eine Kunst damals noch untypisch für unsere Galerie war. Aber, was soll ich sagen, es war ein voller Erfolg. Wir hatten Burger von McDonalds als Catering und haben versucht, ein bisschen amerikanisches Flair – passend zum Künstler – zu kreieren. Es war eine tolle Ausstellung.

Was war der Anlass zur aktuellen Ausstellung „Love makes a city pretty“?
Wie bereits erwähnt, ist das Interesse an Rizzis Bildern nach wie vor ungebrochen. Hinzu kommt, dass wir grundsätzlich immer sehr schöne Ausstellungen hatten, wenn es um Rizzi ging. Besonders aufregend waren natürlich die, an denen der Künstler persönlich teilnehmen konnte. Wir wollen vor allem aber noch einmal seine Bilder zeigen, solange es überhaupt noch welche gibt. Sein Ouevre neigt sich langsam dem Ende zu.

Können Sie einige der besonderen Einzelstücke nennen, die gezeigt werden?
Ich möchte nichts vorwegnehmen, lassen Sie sich einfach überraschen!

Woher kommt das Motto und in welcher Beziehung steht es zu den von Ihnen ausgestellten Werken Rizzis?
Dahinter steckt eigentlich kein Hexenwerk. Wir haben ein sehr schönes und typisches Bild von ihm für die Einladungskarte ausgewählt, das uns persönlich sehr gut gefällt. Dieses hat schlicht und ergreifend den Titel: „Love makes a city pretty“. Außerdem scheint es uns einfach typisch für seine Kunst, mit den bunten Städten und den vielen Herzen, die in seinen Bildern immer wieder auftauchen. Das Motto klingt einfach positiv und ist typisch Rizzi.

Welche Bedeutung hat der 2011 verstorbene Pop-Art-Künstler für die Löwenstadt?
Die größte Bedeutung hat Rizzi für Braunschweig natürlich durch das Rizzi Haus. Es ist mittlerweile zu einem Markenzeichen der Stadt geworden und auch touristisch ein Anziehungspunkt. Schließlich ist es weltweit das einzige Bauwerk von Rizzi. Als es damals eröffnet wurde, ging die Berichterstattung um die Welt.

Rizzi Haus_c_Galerie Jaeschke

(c) Galerie Jaeschke

Warum haben Sie den Bau des Rizzi-Hauses damals initiiert und wie wurde die Idee von der Stadt und den Bürgern angenommen?
Ich war damals auf dem Montreux Jazz Festival, zu dem Rizzi mich eingeladen hatte. Er hat mir dann erzählt, dass er aus New York und Paris für ein Projekt angefragt wurde, das solch ein architektonisches Projekt beinhaltet. Ich habe ihn dann dazu überreden können, es mit Braunschweig zu versuchen. Daraufhin hat er mir ein Zeitfenster von sechs Monaten gegeben, um ein LOI, eine Absichtserklärung seitens der Stadt vorzulegen und dann ging es los. Ich habe einen Architekten, Konny Kloster, und einen Investor, New Yorker, gefunden und das Projekt konnte starten. Anfangs gab es heftige Diskussionen unter den Bürgern wegen des Standorts und der Nähe zum historischen Magniviertel, aber mittlerweile wird der Bau nur noch positiv betrachtet. Ich kann nur noch mal betonen, wie wichtig das Rizzi-Haus als Markenzeichen und Besuchermagnet für die Stadt Braunschweig geworden ist.

Was hätte der Künstler gesagt, wenn er damals gewusst hätte, dass in das von ihm gestaltete „Rizzi-Haus“ Büroräume eingezogen sind?
Eigentlich wusste Rizzi schon zu seinen Lebzeiten, dass der Bau auch Büroräume beinhalten wird, da er ja in die Planung miteinbezogen war. Der Entwurf sah einzelne, abgeschlossene Räume vor, die sich grundsätzlich gut als Büroräume eignen. Außerdem glaube ich, dass Amerikaner in der Hinsicht etwas unkomplizierter sind. Ihnen ist einfach auch bewusst, dass Business zu solch einem Projekt dazugehört.

Wenn Sie mit dem verstorbenen Künstler noch einmal ein (Kunst-)Museum irgendwo auf der Welt besuchen könnten, welches wäre das und warum?
Ich würde mit ihm in das Louvre-Museum in Abu Dhabi gehen. Die Verschmelzung von Architektur und Kunst ist in diesem Museum einzigartig und kann perfekter nicht sein. So etwas, was ich da gesehen habe, wäre in Europa gar nicht denkbar. Diese kreative und architektonische Konsequenz wäre hierzulande niemals umsetzbar, da sie einfach jegliche finanzielle Mittel sprengen würde.

Herzlichen Dank für das Interview, Herr Jaeschke!

Die Vernissage von „Love makes a city pretty“ findet am Mittwoch, 16. Mai um 19 Uhr in der Galerie Jaeschke, Schuhstraße 42, Braunschweig statt. Interessierte können die Ausstellung nach der Eröffnung bis zum 9. Juni, unter der Woche von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr, besuchen – der Eintritt ist kostenfrei. Weitere Informationen finden sich unter Telefon (05 31) 24 31 20 sowie online unter  www.galerie-jaeschke.de beziehungsweise www.rizzi-haus.de.

Viktoria Knapek (SUBWAY Magazin – oeding magazin GmbH) / Fotocredit: Galerie Jaeschke

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