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Motorradunfälle: Häufigste Ursachen

So schön und faszinierend die Fortbewegung auf zwei Rädern ist, so besitzt sie ihre traurigen Schattenseiten. Jedes Jahr und speziell in den ersten Frühlingsmonaten fordert der Spaß eine relativ hohe Zahl an Opfern. Schon das erste schöne Wochenende im April 2016 bescherte den Ambulanzen zahlreiche Motorradunfälle, bei denen mindestens 9 Menschen ihr Leben verloren.

Auf zwei Rädern sicher unterwegs

Dabei wird gerade in Deutschland die Sicherheit beim Motorradfahren großgeschrieben. Das zeigt sich durch die Staffelung bei den Führerscheinklassen, aber auch bei der Kontrolle der Motorräder oder der Nutzung von Sicherheitsbekleidung. In vielen anderen Ländern dieser Erde sehen die Unfallzahlen mit tödlichem Ausgang, in die motorisierte Zweiräder verwickelt sind, noch wesentlich schlimmer aus. Trotzdem ist dies kein Grund zur Freude oder zur Sorglosigkeit. Eine gut gewartete und gepflegte Maschine, ein hochwertiger Motorradhelm und Schutzbekleidung mit Protektoren sind bei Unfällen sicherlich hilfreich, sie ersetzen jedoch nicht die persönliche geistige Einstellung und auch körperliche Fitness, gerade beim Motorradfahren.

Ein Motorrad besitzt keine Knautschzone wie ein Pkw. Dadurch muss der Fahrer und auch der Beifahrer die gesamte Aufprallenergie ertragen, die bei einem Unfall entsteht. Aber auch wenn der Motorradfahrer von der Maschine weg geschleudert wird, kann seine Eigengeschwindigkeit immer noch so hoch sein, dass Hindernisse wie Leitplanken oder Bäume für schwere oder tödliche Verletzungen ausreichen.

Warum kommt es zu Motorradunfällen?

Interessanterweise ist es die Angst, die zu den häufigsten Unfällen mit Motorrädern führt. Es ist die Angst vor der Schräglage. Ein Fehler, der ungeübten Fahrern häufiger passiert. Natürlich lässt es sich mit der Maschine auf der Geraden wunderbar beschleunigen, in der danach folgenden Kurve muss das Motorrad jedoch in eine Schräglage gebracht werden, die den Fliehkräften entspricht, welche durch die Abweichung von der Geraden entstehen. Je höher die Geschwindigkeit, desto höher die Fliehkraft und umso extremer die notwendige Schräglage. Davor haben gerade Fahranfänger häufig Angst und begehen dann einen von zwei möglichen Fehlern. Der erste Fehler ist es, die Kurve weitgehend aufrecht sitzend zu meistern. Die sogenannte Einlenkgeschwindigkeit ist jedoch oft so hoch, dass das Motorrad bei aufrechter oder unzureichend geneigter Position in den Straßengraben gedrückt wird. Der zweite mögliche Fehler ist der Tritt in die Eisen während der Kurvenfahrt. Die Geschwindigkeit vor der Kurve zu reduzieren ist die richtige Wahl, in der Kurve auf die Bremse zu treten, bedeutet meist das Aufstellen der Maschine und den daraus resultierenden Geradeauslauf hinaus aus der Kurve in die Landschaft. Das kann im Übrigen auch bei Maschinen mit ABS passieren.

Weitere häufige Ursachen für Motorradunfällen:

• Kreuzungen oder Einmündungen nach einem Kurvenausgang, auf denen Fahrzeuge die Fahrspur blockieren, hier wichtig: Geschwindigkeit senken, auf Bremsen vorbereiten
• Ölspuren auf der Fahrbahn, wiederum wichtig: Geschwindigkeit senken
• Bitumen auf reparierten Stellen der Fahrbahn, rutschig bei Regen, aber auch bei Hitze
• Landwirtschaftlicher Verkehr, etwa plötzlich auftauchende Traktoren nach einer Kurve genauso wie deren Hinterlassenschaften auf der Straße
• Fahrbahnmarkierungen, bei Regen ebenso eine Glättefalle, gerade beim Anfahren, etwa an einer Kreuzung
• Kalte und neue Reifen, Motorradreifen besitzen spezielle Gummimischungen, die ihre beste Haftfähigkeit erst mit bestimmten Temperaturen erreichen.
• Menschen auf oder neben der Fahrbahn. Fußgänger sind in ihrem Verhalten unberechenbar, wichtig: Geschwindigkeit reduzieren, Fußgänger beobachten
• Die Unterschätzung der Geschwindigkeit anderer Fahrzeuge, die sich beispielsweise auf einer entgegenkommenden Abbiegespur befinden.
• Blendung durch Sonnenlicht oder aufgeblendete Scheinwerfer

Fehler anderer Verkehrsteilnehmer mit einkalkulieren
Motorradfahrer sollten im Straßenverkehr unbedingt vorausschauend fahren und die Aktivitäten der anderen Verkehrsteilnehmer beachten. Diese Signale beziehungsweise das Verhalten von Fahrzeugführern oder Fußgängern sind für den Motorradfahrer ein Hinweis, sich in seiner oder ihrer Fahrweise auf mögliche Komplikationen frühzeitig einzustellen. Zu diesen Signalen gehören:

• Unachtsamkeit durch Hantieren mit dem Telefon bei Autofahrern und Fußgängern
• Kinder, sowohl an der Hand ihrer Eltern oder allein
• Im Gespräch befindliche Fußgänger, die am Straßenrand gehen, oder stehen
• Fußgänger mit Kopfhörern oder Fahrzeugführer mit Kopfhörern unerlaubterweise im oder auf dem Fahrzeug
• Autofahrer, die ihrem Rückspiegel wenig Beachtung schenken

Moderne Motorräder sind technisch gesehen ihren Fahrern weit überlegen. Kurvenstabilität und Fahrverhalten sind so ausgereift, das bei praktisch allen Motorradunfällen nur menschliches Versagen die Hauptrolle spielt. Darum können Motorrad-Unfälle am besten durch eine angepasste Fahrweise, Erfahrung, Übung, Voraussicht sowie Mitdenken verhindert werden.

© Gastbeitrag von www.helmexpress.com

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