(c) Thomas Maximilian Jauk

Neues aus’m Staatstheater

Das Staatstheater Braunschweig hat für das neue Jahr einige Premieren in petto:

„The Turn of the Screw“
Ein englisches Landhaus, zwei Kinder mit ihrer Gouvernante und mysteriöse Geistererscheinungen: In der Oper von Benjamin Britten, die auf einer Novelle des amerikanisch-britischen Schriftstellers Henry James basiert, liest ein anonymer Erzähler eine düstere Geschichte vor. Dagmar Schlingmann führt Regie, die musikalische Leitung übernimmt Iván López Reynoso.
Als eine Gouvernante den Auftrag erhält, sich um die Waisenkinder Miles und Flora zu kümmern, freundet sie sich trotz anfänglicher Distanz schnell mit den beiden an. Mit der Zeit glaubt sie allerdings, verstorbene Angestellte zu sehen, die vor einiger Zeit ums Leben kamen. Wollen sie die Kinder in ihre Abhängigkeit bringen? Die Gouvernante fasst den Entschluss, sie davor zu beschützen und beginnt eine strenge Überwachung, die schreckliche Konsequenzen hat …
Die Oper mit einem Libretto von Myfanwy Piper ist ab Freitag, dem 11. Januar um 19.30 Uhr im Großen Haus zu sehen.

 

(c) Thomas Maximilian Jauk

Die Oper „The Turn of the Screw.“

„Traumnovelle”
Wer die erstmals 1926 im S-Fischer-Verlag erschienene „Traumnovelle“ des österreichischen Arztes, Erzählers und Dramatikers Arthur Schnitzler nicht aus dem Deutsch-Leistungskurs oder dem Germanistik-Studium kennt, dem ist vielleicht eher Stanley Kubriks 1999er Filmadaption des Stoffs „Eyes Wide Shut“ mit den Hollywood-Größen Tom Cruise und Nicole Kidman ein Begriff, in dem die Geschichte eines Arztes, dessen Frau und unausgesprochener Leidenschaftsbegierden und -fantasien in die Zeit der Gegenwart nach New York verlegt wurde. „Eyes Wide Shut“ war der letzte vollendete Film von Stanley Kubrick.
Unter der Regie der jungen Hamburgerin Rieke Süßkow ist nun eine neue Theater-Adaption des Klassikers entstanden, der schon vor 90 Jahren den schönen Schein der bürgerlichen und kultivierten Welt hinterfragte und der Frage nachging, ob es möglich sei, sein Gegenüber wirklich vollständig zu kennen. Welche Sehnsüchte schlummern jenseits unserer rationalen Vernunftswelt? Süßkows Interpretation der „Traumnovelle“ in Braunschweig, die Schnitzlers Text in einen Raum verwandelt, der laut Ankündigung jeden, der eintritt, auf sich selbst zurückwirft, ist ihre erste Arbeit für ein Stadt- und Staatstheater.
Eine sehr außergewöhnliche Besonderheit des Stücks wird eine spezielle Rauminstallation sein, die eine besonders intensive Theatererfahrung ermöglichen soll. Das Staatstheater weist darauf hin, dass diese ungewohnte Zuschauersituation für Menschen mit einer Neigung zur Klaustrophobie ungeeignet sein könnte und bittet darum, sich für weitere Informationen vorab an der Theaterkasse zu informieren.
Es spielen Luca Füchtenkordt, Gertrud Kohl, Yevgenia Korolov, Georg Mitterstieler und Joshua Seelenbinder. Die ausverkaufte Premiere der „Traumnovelle“ findet am Freitag, 18. Januar 2019 statt. Tickets sind noch erhältlich für vier Vorstellungen am 20. und 23. Januar.

Auch Gerhart Hoffmanns Drama „Einsame Menschen“ kommt nach Braunschweig.

„Einsame Menschen”
1891 veröffentlichte der spätere Literatur-Nobelpreis-Träger Gerhart Hoffmann das Drama „Einsame Menschen“. In dem Stück geht es um das junge Ehepaar Dr. Johannes und Käthe Vockerat, die nach der Geburt des gemeinsamen Kindes aus Berlin an den Müggelsee ziehen.
Johannes‘ Jugendfreund Braun wohnt mit ihnen in dem Haus und auf dessen Einladung kommt die Studentin Anna Mahr zum Müggelsee. Braun und Anna hatten sich zuvor auf einer Ausstellung in Paris kennengelernt. Nachdem sich Johannes mit Anna unterhalten hat, interessiert er sich für sie. Im Gegensatz zu seiner Gattin ist sie gebildet und emanzipiert. Er lädt sie ein, mehrere Wochen zu bleiben, wogegen Käthe zwar nichts sagt, aber dennoch in Tränen ausbricht. Die Frage nach dem Wert der Ehe und Zweisamkeit stellen sich neu…
Die preisgekrönte Regisseurin Alice Buddeberg inszeniert „Einsame Menschen“ im Staatstheater Braunschweig. Cino Djavid, Isabell Giebeler, Vanessa Czapla, Robert Prinzler und Tobias Beyer schlüpfen in die Rolle der Akteure und hauchen ihnen damit Leben ein.
Die Premiere ist am 19. Januar im Kleinen Haus.

Generalintendantin Dagmar Schlingmann und das künstlerische Team des Staatstheaters Braunschweig präsentieren die zweite Spielzeit 2018/19 unter dem Motto „Geschichte wird gemacht“. „Mit dem Motto wollen wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Geschichte nicht als gegeben hingenommen werden darf, sondern von jedem Einzelnen mitgestaltet werden kann und die Weichen für die Zukunft stellt“, so Schlingmann. Alle Termine und Premieren finden sich unter www.staatstheater-braunschweig.de.

 

SUBWAY Magazin (oeding magazin GmbH) / Fotocredit: Thomas Maximilian Jauk

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