Wenn selbst der Facharzt nicht mehr weiter weiß…

Persönliche Erfahrungen mit einem Reha-Manager

Wenn man über Unfallversicherungen spricht, denken viele Menschen hauptsächlich an eine Einmalzahlung oder eine Rentenleistung, um die oft schweren Folgen von Unfällen wenigstens finanziell ausgleichen zu können. Mittlerweile gibt es am Markt aber vielfältige Möglichkeiten, den Versicherungsschutz um so genannte Assistanceleistungen zu erweitern, die dem Verletzten und seinen Angehörigen in dieser schwierigen Situation beiseite stehen.

Dazu zählt auch das Reha-Management, auf das sich mittlerweile mehr als 10.000 Kunden der Öffentlichen Versicherung Braunschweig verlassen können. Aber was genau bedeutet das – und ist das wirklich notwendig? Auf jeden Fall, sagt Martin Schade aus der Geschäftsstelle Schapen energisch: Anhand eines Unfalls seiner Tochter Lisa-Marie hat er selbst erleben müssen, dass sich ein persönlicher Reha-Manager mehr als nur auszahlt.

Zum Baustein „Reha-Management“ gehört auch ein kleiner, unscheinbarer Punkt namens „persönlicher Besuch eines Reha-Managers als Berater“. Nur – was soll ein solcher Berater wissen, was die zahlreichen Fachärzte noch nicht bedacht haben könnten? Zum Beispiel der Befund und effektive Behandlung eines Kahnbeinbruchs der eigenen Tochter, erzählt Martin Schade: Die sportbegeisterte Schülerin greift beim Bodenturnen daneben, das Handgelenk kommt neben der weichen Matte auf dem harten Hallenboden auf. Diagnose: Verstauchung. Mehrere sportfreie Monate später hat sich allerdings noch keine Besserung eingestellt. Schließlich schaltet die Öffentliche nach einer gründlichen Prüfung den Reha-Manager ein, der umgehend einen Facharzt für die Knochen in der Hand ausfindig macht. Dieser stellt bei Lisa-Marie sofort einen Kahnbeinbruch fest – die am häufigsten übersehene Fraktur eines kleinen Knochens der Handwurzel.

Natürlich könnte man den Knochen operieren – doch die Chance, dass Lisa-Marie den Leistungssport nie wieder aufnehmen kann, ist hoch. Für die ehrgeizige Schülerin mit großem Bewegungsdrang waren schon die wenigen Monate der Fehldiagnose eine Qual. Zum Glück kennt der Reha-Manager aber noch eine alternative Behandlungsmethode: Ein neuartiges Gerät kann den kleinen Knochen per Ultraschall eventuell zum Zusammenwachsen bewegen. Das Problem: Weil Lisa-Marie nach Meinung der Fachärzte noch zu jung ist, möchte ihr niemand die Behandlung per Ultraschall verschreiben. Bis auf einen Experten für Handchirurgie, den der Reha-Manager noch in seinem Repertoire hat.

Endlich ist das Ultraschallgerät im Haus und Lisa-Marie bestrahlt den gebrochenen Knochen täglich. Nach wenigen und völlig schmerzfreien Wochen zeichnet sich die erste Besserung ab und nach ein paar Monaten ist Lisa-Marie wieder vollständig geheilt. Das heißt, beide Handgelenke können wieder uneingeschränkt belastet werden – was für eine Leistungsturnerin unabdingbar ist und beispielsweise eine Operation nicht unbedingt garantiert hätte.

Eine Geschichte, die wie aus einer Hochglanzbroschüre klingt, die Werbung für eine Unfallversicherung macht. Und die Martin Schade vielleicht selbst nicht glauben würde – hätte er sie nicht persönlich durchgemacht. „Wir haben als Familie selbst erlebt, dass der Reha-Manager das Beste für den Patienten im Sinn hat. Denn ohne seine Fachkenntnis und Kontakte hätte meine Tochter womöglich nie wieder Sport machen können.“ Und, er ergänzt, nun voll und ganz Versicherungsvermittler: „Es geht darum, zusätzliche Möglichkeiten der Behandlung aufzuzeigen. Möglichkeiten, die noch nicht mal der Facharzt kennt. Diese Absicherung der Lebensqualität können viele Kunden mit dem Zusatzbaustein ‚Rehabilitations-Management‘ ebenfalls genießen. Deswegen zeichne ich eigentlich nie Unfallversicherungen ohne diesen Zusatz.“ Und nun entschuldigt sich Martin Schade. Er muss zurück nach Schapen. Seine Tochter wird heute Abend mit ihrem Sportkurs eine Kür vorturnen.

© Sebastian Heise

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